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Bewässerungsanlage winterfest machen: Warum Entleeren und Ausblasen Pflicht ist

Eine automatische Bewässerungsanlage muss vor dem ersten Frost vollständig entleert werden. Bleibt Wasser in Leitungen, Ventilen oder Regnern stehen, gefriert es, dehnt sich aus und kann die Bauteile sprengen. In Südhessen und der Rhein-Neckar-Region ist der Oktober der richtige Zeitpunkt. Dabei zählen zwei Dinge: der erste angekündigte Nachtfrost und der Wasserbedarf der Pflanzen, denn ab Mitte Oktober brauchen sie keine Unterstützung durch die Bewässerung mehr. Anschließend werden die Leitungen mit Druckluft ausgeblasen, Zone für Zone.

Warum Restwasser so gefährlich ist

Wenn Wasser zu Eis wird, vergrößert es sein Volumen um etwa 9 Prozent. In einem Rohr im Boden hat das Eis keinen Platz zum Ausweichen – der Druck wirkt direkt auf Leitungen, Magnetventile und Versenkregner. Auch die Dauerdruckleitung, die während der Saison ständig unter Wasserdruck steht, kann dabei in Mitleidenschaft gezogen werden. Schon eine einzige Frostnacht kann genügen, um Verbindungen zu lösen oder Bauteile zu beschädigen.

Das Tückische: Die Schäden bleiben über den Winter unsichtbar. Sie zeigen sich erst im Frühjahr, wenn die Anlage wieder anläuft – als nasse Stellen im Rasen, als Druckverlust oder als Regner, die nicht mehr richtig ausfahren. Die Reparatur ist dann deutlich aufwändiger als eine sorgfältige Einwinterung im Herbst.

Der richtige Zeitpunkt: Ab Mitte Oktober

Ab Mitte Oktober brauchen Rasen, Beete und Gehölze keine Unterstützung durch die Bewässerung mehr. Die Temperaturen sinken, die Pflanzen wachsen kaum noch und verdunsten deutlich weniger Wasser. Es gibt also keinen Grund, die Anlage länger laufen zu lassen – im Gegenteil: Mit jeder Woche steigt das Risiko, dass ein früher Nachtfrost die gefüllten Leitungen erwischt.

Spätestens wenn die Wettervorhersage die ersten Nachtfröste ankündigt, sollte die Anlage deshalb entleert sein. Flach verlegte Leitungen und Regner sind dabei am stärksten gefährdet, weil der Boden dort zuerst durchfriert.

So wird die Bewässerungsanlage eingewintert

  1. Wasserzufuhr absperren: Zuerst wird das Hauptabsperrventil geschlossen und ein vorhandenes Hauswasserwerk oder die Zisternenpumpe abgeschaltet. So kann kein neues Wasser mehr in die Leitungen nachlaufen.
  2. Steuergerät auf Winterbetrieb stellen: Das Steuergerät wird auf „Aus“ oder in den Wintermodus geschaltet. Die gespeicherten Programme bleiben dabei erhalten, sodass die Anlage im Frühjahr ohne Neueinstellung startet. Batteriebetriebene Steuerungen am Wasserhahn werden abgebaut und frostfrei gelagert.
  3. Mit Druckluft ausblasen: Jede Zone wird einzeln mit einem Kompressor durchgeblasen, bis aus den Regnern nur noch Luft kommt. Wichtig: Auch die Zuleitungen vom Haus zur Anlage müssen ausgeblasen werden. Bleibt dort Wasser stehen, drohen dieselben Frostschäden wie im Garten. Der Druck muss dabei niedrig bleiben – zu viel Druck beschädigt Regner und Dichtungen.
  4. Pumpe, Filter und Verteiler sichern: Zisternenpumpen werden ausgebaut oder vollständig entleert. Filter, Druckminderer und Verteiler werden beim Ausblasen mittels Druckluft entleert und bleiben eingebaut.
  5. Offensichtliche Mängel notieren: Zum Abschluss werden Regen- und Bodenfeuchtesensoren gereinigt und die Batterie im Steuergerät geprüft. Offensichtliche Fehler oder defekte Teile werden notiert, damit sie bei der Inbetriebnahme im Frühjahr behoben werden können.

Warum sich der Fachbetrieb lohnt

Das Absperren und Umstellen der Anlage ist schnell erledigt. Beim Ausblasen kommt es dagegen auf Erfahrung an: Ist der Druck zu hoch, werden Regner und Dichtungen beschädigt. Ist die Luftmenge zu gering, bleibt Wasser in den Leitungen zurück – und genau das soll ja verhindert werden. Hinzu kommt, dass jede Anlage anders aufgebaut ist und die Zonen und Zuleitungen in der richtigen Reihenfolge ausgeblasen werden müssen.

Natürlich notieren wir bei der Einwinterung offensichtliche Fehler oder defekte Teile. Der eigentliche Check der Anlage findet aber erst bei der Inbetriebnahme im Frühjahr statt – dann, wenn wieder Wasser in den Leitungen ist und jede Zone im laufenden Betrieb geprüft werden kann.

Gärten von Gärtner plant, installiert und wartet Bewässerungsanlagen – auf Wunsch mit Wartungsvertrag, der Einwinterung und Frühjahrsstart einschließt. Rechtzeitig einen Termin für die Einwinterung sichern: Weil alle Anlagen im selben kurzen Zeitfenster ab Mitte Oktober eingewintert werden müssen, sind die Termine schnell vergeben. Rufen Sie uns an unter 06206 9823-0 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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Häufige Fragen

Wann sollte eine Bewässerungsanlage eingewintert werden? Ab Mitte Oktober – dann brauchen die Pflanzen keine Unterstützung durch die Bewässerung mehr. Spätestens vor dem ersten angekündigten Nachtfrost muss die Anlage entleert sein.

Reicht es, das Wasser abzustellen? Nein. Auch bei geschlossenem Hauptventil bleibt Restwasser in den Leitungen, Ventilen und Regnern stehen. Gefriert es, kann es die Bauteile beschädigen. Die Leitungen – einschließlich der Zuleitungen vom Haus – müssen deshalb mit Druckluft ausgeblasen werden.

Bleiben die Ventile im Winter offen oder geschlossen? Die Hauptabsperrung bleibt geschlossen, damit kein Wasser nachläuft. Die Entleerungsventile und Außenhähne bleiben dagegen geöffnet, damit eventuell verbliebenes Restwasser abfließen kann.

Müssen Tropfrohre im Winter ausgebaut werden? Nein. Tropfleitungen entleeren sich selbstständig. Filter, Druckminderer und Verteiler werden mittels Druckluft entleert und bleiben ebenfalls eingebaut.

Wann wird die Anlage wieder in Betrieb genommen? Wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, in unserer Region meist ab Mitte April. Bei der Inbetriebnahme findet auch der eigentliche Check statt: Jede Zone wird einzeln gestartet und auf Dichtheit und Funktion geprüft.